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Oberes Thema, zweites Segment

Venusfotografie im nahen UV

Die Venus zeigt sich dem Beobachter abgesehen von der wechselnden Phasengestalt völlig strukturlos. Sie ist komplett in eine Wolkendecke gehüllt, die im sichtbaren Licht keine Strukturen Preis gibt.

Eine CCD-Kamera bietet zusammen mit Filtern die Möglichkeit, die Venus im wahrsten Sinne in einem anderen Licht zu sehen. Geht man mit einem entsprechenden Filter in den richtigen Wellenlängenbereich, bekommen die Wolken auf einmal Strukturen. Dies ist der Fall, wenn man einen Filter für das nahe UV verwendet. Ein photometrischer U-Filter eignet sich hervorragend dafür. Zwischen ~ 300 und 390 nm Wellenlänge lassen sich Veränderungen in der Wolkenstruktur verfolgen. Versuche mit einem Wratten 47 Filter (Violett) waren vergleichsweise unbefriedigend.

Jedoch ergeben sich auch Schwierigkeiten, denn die Transmission solcher Filter ist in der Regel sehr gering und die Empfindlichkeiten im nahen UV von erschwinglichen CCD-Kameras sind ebenfalls sehr niedrig. Daher wird ein Teleskop mit größerer Öffnung benötigt, das genug Licht für ein brauchbares Signal / Rausch-Verhältnis liefert.

Die möglichen Vergrößerungen bleiben daher oft gering und auch die Bildschärfe lässt zu wünschen übrig.

Dennoch kann sich damit der Amateur-Planetenbeobachter die interessante Möglichkeit erschließen, den Planet Venus etwas genauer unter die Lupe zu nehmen.

Hier eine Beispiel-Aufnahme, die mit einem 9" Schmidt-Cassegrain-Teleskop und einem U-Filter von Schüler entstanden ist. Mehr Venus-Fotos finden sich im Bereich Astrofotos: Sonnensystem -> Venus.